Verschiebt sich die öffentliche Wahrnehmung von PISA?

Veröffentlicht: Mai 17, 2014 von C.R. in PISA
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PISA ist schädlich für die Bildung, nicht nur für das pisageschockte Deutschland sondern weltweit. Diese These wird in einem offenen Brief von Heinz-Dieter Meyer (Staat Univerity of New York) et al. an Andreas Schleicher (PISA Koordinator, OECD) vertreten.

Kritisiert werden u.a. der nicht demokratisch legitimierte Einfluss der OECD via PISA auf die Bildungspolitik und -Praxis, die zunehmend zu einem Teaching To The Test zu verkommen und alles nicht messbare zu vergessen droht. Meyer et al. fordern nicht die Abschaffung von PISA sondern ein Jahr Pause, damit das Bildungssystem zur Ruhe kommen kann, um in Ruhe über Verbesserungen nachzudenken ohne reflexartig auf Rankingslisten zu reagieren.

Diese konstruktive Kritik hat ein breites Medienecho gefunden (u.a. Guardian, FAZ) und auch der Bildungsjournalist Christian Füller, der PISA Kritik von Pädagogen der GEW als “menschenverachtend” (vgl. Kommentar Füller)  und einige pisakritische Pädagogen als „Bildungsschwafelprofessoren“ auswies, führte diesmal ein faires Interview mit Meyer (SPON), der letztendlich im Kern die gleiche Kritik äußert wie sie seit Jahren von Pädagogen vertreten wird.

Vielleicht entsteht nun hoffentlich endlich eine kritische öffentliche Wahrnehmung bezüglich der Testideologie, die ja nicht nur auf PISA beschränkt ist, sondern auch in Form des bertelmannschen CHE Hochschulrankings durch Wettbewerb universitäre Lehre und Forschung verzerrt und steuert.

Aber man kann die Kritik noch verschärfen. So befürchtet Meyerhöfer (Mathematikdidaktik, Universität Paderborn), dass die OECD wissen wird wie man Kritik managed und für sich zu gebrauchen. Sei es durch Change Management oder Soft Gouvernance. Deswegen fordert Meyerhöfer eine Abschaffung von PISA.

Andreas Schleicher reagierte sodann auf den offenen Brief Meyers. Die Bewertung der vorgebrachten Argumente steht noch aus.

Ob konstruktive Kritik oder Abschaffung – die Diskussion bewegt sich in eine gute Richtung, in der Kritik gehört und hoffentlich auch ernstgenommen wird.

Unterschreiben kann man den offenen Brief Meyers auf der Seite der GBW.

 

Kommentare
  1. Was unzeitgemäß schreibt ist falsch. Ich habe nicht die Kritik an Pisa als menschenverachtend bezeichnet, sondern einen Spruch der GEW: „Aber mit dem zynischen Spruch, vom vielen Wiegen wird die Sau nicht fetter, Pisa zu bekämpfen, das ist menschenverachtend.“
    Bitte lernen, Zitate zu setzen.

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