Philosophische & pädagogische Arbeiten

Philosophisches Argumentieren

Abstract: Man muss gut argumentieren können, um anspruchsvoll zu philosophieren. Aber was unterscheidet philosophisches Argumentieren von Argumentationen im Deutschunterricht oder in den Naturwissenschaften? Ein Ansatz ist der Verweis auf einen fachspezifischen Gegenstand. Dieser Zugang ist aber nicht hinreichend, weil z.B. „Wissen“ nicht nur Gegenstand der Philosophie, sondern auch der Pädagogik oder Psychologie ist. Deswegen ist es nötig, hier einen weiteren Ansatz zu wählen und für die Explikation des Besonderen der philosophischen Argumentation den Charakter der Philosophie als Disziplin höherer Ordnung zu berücksichtigen.

Erschienen in: A. Budke et.al. (Hrsg.), Fachlich argumentieren lernen. Didaktische Forschungen zur Argumentationin den Unterrichtsfächern, Band 7 von LehrerInnenbildung gestalten. Waxmann, Münster, 2015.

Kritischer Kommentar des Lehrplanentwurfs Praktische Philosophie Grundschule in subversiver Absicht

Mit meinem Kommentar weise ich auf fachliche Defizite des kompetenzorientierten Lehrplanentwurfs Praktische Philosophie Grundschule NRW hin. Der Entwurf versucht zwar philosophische und humanistische Ansprüche mit dem politischen Desiderat der Kompetenzorientierung zu vereinen – und ich werte dies als ein subversives Unterlaufen der ministerialen Vorgaben und als Widerstand gegen Tendenzen der Ökonomisierung der Bildung zu Gunsten der pädagogischen Freiheit. Dieser Widerstand kann aber, so meine Einschätzung, genau dann am besten gelingen, wenn man die fachlichen Methoden und Inhalte explizit ausdifferenziert, da diese dann verhindern könnten, dass Praktische Philosophie auf ein sophistisches Denk- oder Methodentraining durch eine einseitige Kompetenzorientierung reduziert wird. Insofern stellt mein Kommentar einen Versuch dar eine interpretierte subversive Absicht des Lehrplanentwurfs durch das Desiderat der Stärkung der Fachlichkeit zu unterstützen.

Der ganze Artikel kann frei zugänglich auf pedocs abgerufen werden: Philosophie – ein Kinderspiel? Zugänge zur Philosophie in der Primarstufe. Tagungsband zur Fachtagung am 07. Dezember 2013 in Köln, S.76 ff.

Unabhängiger Bildungsbericht Köln und Umgebung

Christopher Knäbel, Carsten Roeger: Die verschwiegene Ökonomisierung eines Nachhilfe-Instituts im Raum Köln, In: Matthias Burchardt und Rita Molzberger [Hrg.], Unabhängiger Bildungsbericht Köln und Umgebung. BoD: Köln 2007

Die Bildungslandschaft steht vor einem großen Umbruch: Im Zeichen internationaler Vergleichsstudien wie PISA, TIMMS etc. wurde auch in Deutschland ein erheblicher Reformeifer entfesselt, der mit dem Anspruch einer nachhaltigen Veränderung pädagogischer Einrichtungen einhergeht.
Studierende der Universität zu Köln haben sich auf den Weg gemacht, um in ihrer Stadt zu prüfen, welche Folgen und Begleiterscheinungen diese neue „Bildungsbewegung“ in den Institutionen vor Ort gezeitigt hat. Entstanden ist eine vielstimmige, kritische Bestandsaufnahme, die auch die Ambivalenzen der Entwicklung nicht verschweigt. Deutlich wird, dass es in Köln und Umgebung ausgesprochen qualifizierte und engagierte PädagogInnen gibt, die von neuen Rahmenbedingungen wie der Forderung nach Qualitätsmanagement jedoch oft daran gehindert werden, ihren pädagogischen Auftrag zu erfüllen. Der Bericht dokumentiert somit exemplarisch das bedenkliche Zeitphänomen einer Ökonomisierung der Bildung; insofern haben die hier zusammengestellten Beobachtungen und Einschätzungen auch überregionale Relevanz.

Was sind Intuitionen?

Intuitionen werden in der philosophischen Literatur eine sehr starke Rechtfertigungskraft zugeschrieben, die aber nicht weiter hinterfragt wird. Dies zeigt sich beispielsweise darin, dass René Descartes seinen Meditationen über die Grundlagen der Philosophie die intuitive Erkenntnis, dass er selbst existiert, als unumstößliche Gewissheit darlegt. Der kartesische Täuschergott vermag über Außenwelt und Logik zu betrügen, aber die sich aus dem Zweifelsgang ergebende Intuitionen werden nicht bezweifelt: Es ist sicher, dass man gewiss existiert, solange man wenigstens zweifelt. Es ist intuitiv, dass eine Täuschung immer ein Objekt benötigt, das getäuscht wird. Der Täuschergott vermag scheinbar den meditierenden und zweifelnden Descartes weder in Bezug auf das Verständnis der relevanten Begriffe (Täuschung, Zweifel) zu betrügen, noch wird die Rechtfertigungskraft der Intuition bezweifelt. Intuition wird hier als Einsicht in eine notwendige Wahrheit charakterisiert, wie es auch in der aktuellen Debatte üblich ist.

Nun, wenn er [der Täuschergott (genius malignus), CR] mich täuscht, so ist es

also unzweifelhaft, daß ich bin. Er täusche mich, soviel er kann, niemals wird
er doch fertigbringen, daß ich nichts bin, solange ich denke, daß ich etwas
sei. Und so komme ich, nachdem ich nun alles mehr als genug hin und her
erwogen habe, schließlich zu der Feststellung, daß dieser Satz: „Ich bin, ich
existiere“, sooft ich ihn ausspreche oder in Gedanken fasse, notwendig wahr
ist.

[Descartes, 1976, S.22]

Der Begriff ,Intuition’ wird von Descartes in den Meditationen nicht explizit benutzt, aber in der dritten Meditation schreibt er: „Und somit glaube ich bereits als allgemeine Regel aufstellen zu dürfen, daß alles das wahr ist, was ich ganz klar und deutlich einsehe.“ Dieser Fall zeigt exemplarisch, dass eine fundamentale Rechtfertigung benutzt wird, ohne diese weiter zu spezifizieren oder zu diskutieren. Dieses ,klare und deutliche Einsehen’ ist bei Descartes mit der Wahrheit verbunden. Dies scheint problematisch zu sein. Es ist unplausibel, dass etwas wahr sein soll, nur weil man es klar und deutlich einsieht.

Hier sollen aber nicht die Meditationen über die Grundlagen der Philosophie diskutiert werden, sondern dieses Beispiel soll lediglich paradigmatisch veranschaulichen, wie unkritisch oft der Begriff ,Intuition’ benutzt wird und welche starke Rechtfertigungskraft ihm zugetraut wird, ohne dass wirklich klar ist, was Intuitionen eigentlich sind. Intuitionen sind für das Selbstverständnis der Philosophie wichtig, da man sich in keiner anderen Wissenschaft innerhalb ihrer Methodologie so sehr auf Intuition verlässt wie in der Philosophie. Dies erkennt man unter anderem daran, dass sie benutzt werden, um einen Begründungsregress zu stoppen. Mit zunehmender Häufigkeit von der Antike bis heute werden Gedankenexperimente als argumentative Mittel für oder gegen eine Theorie eingesetzt, welche wesentlich auf Intuitionen beruhen. Da Intuitionen also offensichtlich wichtig für das theoretische Fundament der Philosophie sind, soll versucht werden, sie zu klassifizieren und ihre Natur zu klären.
Die Arbeit kann hier heruntergeladen werden: Was sind Intuitionen

Was ist Zeit?

Es wird nun der Versuch unternommen, zu klären was Zeit ist. Dazu dienen vor allem die Ausführungen Kants in der „Kritik der reinen Vernunft“ als Grundlage. Dem Gegenüber soll dann der physikalische Zeitbegriff gestellt werden. Mittels dieser Gegenüberstellung, soll folgendes erreicht werden. Zeit ist ein Begriff den jeder kennt und auch zu verstehen glaubt, aber doch scheitert, wenn er ihn erklären soll. Eine Erklärung soll hier gewagt werden. Interessant wäre in dem Zusammenhang auch, inwiefern eine Klärung des Zeitbegriffs sich auf unser Verständnis von Wirklichkeit auswirkt.

Der Hauptteil dieser Arbeit soll sich mit der Klärung des Zeitbegriffes befassen, zunächst soll die Position Kants und die der modernen Physik dargelegt werden. Anschließend soll aus diesen Positionen abgeleitet werden, was dies für die Wirklichkeit bedeutet.

Hierbei wird von den Ergebnissen aus der Kritik der reinen Vernunft ausgegangen. Der Schwerpunkt soll nicht auf die Beweisführung gelegt werden, sondern wie der kantische Zeitbegriff mit dem physikalischen übereinstimmt. Ob die Beweise die Kant benutzt in sich stringent und logisch korrekt sind, soll hier nicht untersucht werden.

Die wohl bekannteste These zur Zeit stammt wohl von Newton der behauptete Raum und Zeit seien absolut. Zeit würde hier als ein „reales Anordnungschema zur eindeutigen Bestimmung physikalischer Bewegung“ (Düsing, S.3), mit anderen Worten, die Zeit wäre eine Substanz die egal wo man sie mißt gleich wäre. Würde man überall im Wetall Uhren aufhängen, so müßten sie nach Newton die gleich Zeit anzeigen, was wie wir seid Einstein wissen, nicht der fall ist.

Eine andere Lehre vertritt Leibniz, welcher die Zeit als „objektive Relation“ (Mohr 1998, S.110) versteht,  während Descartes Zeit als eine „Akzidenz von Substanzen“ (ebd.) beschreibt.
Die Arbeit kann hier heruntergeladen werden: Was ist Zeit

Die Klugheit der Gefühle

Es gilt im folgenden eine wichige Frage zu beantworten:

Was ist der Grund für unser Handeln?

Die Antwort wird nicht nur unser Selbstverständniss verbessern, sondern sich auch auf Ethische Normen auswirken.

Ich werde mich eingehendst mit der These Humes beschäftigen, die im 3. Teil, 3. Abschnitt „Von den Motiven des Willens“‚ im Traktat ber die menschliche Natur aufgestellt wird.

Es soll geprüft werden, ob Affekte, Gefühle, Triebe, also alles Irrationale der Ursprung unserer Handlung ist. Diese soll zunächst errtert und kurz darauf mit Nagels Hume Kritik problematisiert werden. Nach Hume ist der Ursprung jeder Handlung ein desire. Im Folgenden werde ich desire entweder mit Wunsch oder mit Begierde Übersetzen, je nachdem, was mir passender erscheint. Wichtig ist nur, dass man unter einem desire alles begreifen kann, was irrational ist.

Nagels Einwand, gegen diese These, die ich später ausführlich darlegen werde, endet in dem Schluss, dass man nach Humes Auffassungen keine auf die Zukunft gerichteten Klugheitsentscheidungen treffen kann. Nachdem ich beide Positionen erläutert habe, was mir für das Verständnis des Problems wichtig erscheint, werde ich versuchen, Humes Idee um den Klugheitsaspekt zu verbessern, so dass Nagels Kritik wirkungslos wird. Dazu wird es nötig sein zu klären, was Klugheit ist. Dies soll mit Hilfe des Phronesis Begriffs aus Aristoteles‘ Nikomachische Ethik geschehen.

Aus dieser Darlegung hat sich im Laufe der Entwicklung dieser Arbeit gezeigt, dass jede Handlung einen gmeinsamen letzten Ursprung hat. Diesen werde ich näher erläutern, nachdem ich auf die Klugheit eingegangen bin. Abschließend werde ich auf konkrete Vorwürfe Nagels gegenüber dem Humschenmodell eingehen. Wenn es gelingt die Klugheit in die motivotionale Theorie einzubetten, müsste es dadurch möglich sein diese Kritik zu entkräften.
Die Arbeit kann hier heruntergeladen werden: Die Klugheit der Gefühle

Kommentare
  1. Thanatos sagt:

    Hey, grundsätzlich eine gute Idee, ich würde allerdings die Titelseiten der Arbeiten eventuell austauschen. Da stehen doch Dinge drauf, die ich nicht öffentlich ins Netz pusten wollen würde.🙂

    • CR sagt:

      Danke für den Datenschutzhinweis. Persönliche Daten, die keine Relevanz für den Inhalt der Arbeit haben, wurden von den jeweiligen Titelseiten entfernt.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s